Wiener Tafelspitz wie beim Beisl – mit Semmelkren & Erdäpfel-Schmarrn
Der Tafelspitz ist kein schnelles Feierabendgericht. Er ist ein Sonntagsessen, ein Ritual, ein stilles Versprechen: Wenn man ihm Zeit gibt, bekommt man alles zurück. Zartes Rindfleisch, eine klare, kräftige Suppe und genau die Beilagen, die ihn seit Generationen begleiten. Dieses Rezept orientiert sich an der klassischen Wiener Küche, ist aber so erklärt, dass es auch zuhause zuverlässig gelingt.
Zutaten für 4 Personen
Tafelspitz & Suppe
- ca. 1,2 kg Tafelspitz vom Rind
- 1 große Metzgerzwiebel (mit Schale)
- 2 Karotten
- 1 gelbe Rübe
- 1 kleines Stück Knollensellerie
- 1 Stange Lauch
- 1 Lorbeerblatt
- 6-8 Wacholderbeeren
- 10 Pfefferkörner
- ca. 4-5 l Wasser
- 1 kleiner Schuss milde Sojasoße
Semmelkren
- 2 altbackene Semmeln
- frischer Kren (Meerrettich), fein gerieben
- 1 TL Sahne-Meerrettich
- ca. 250 ml heiße Rindssuppe
- Salz
Erdäpfel-Schmarrn
- 4 mehligkochende Kartoffeln, gekocht
- 1 EL Mehl
- 2 Eier
- Milch nach Bedarf
- Butter
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Wurzelgemüse & Garnitur
- gekochtes Wurzelgemüse aus der Suppe
- Schnittlauch
- Meersalz, schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Tafelspitz richtig sieden
Das Wasser in einem sehr großen Topf kräftig zum Kochen bringen. Währenddessen den Tafelspitz nur grob von überschüssigem Fett und Sehnen befreien – ein wenig Fett sorgt später für Geschmack. Das Fleisch ins sprudelnde Wasser legen. Die Hitze sofort reduzieren, sodass die Flüssigkeit nur noch leise siedet.
In den ersten Minuten bildet sich Eiweißschaum. Diesen regelmäßig mit einer Kelle abschöpfen – das ist der wichtigste Schritt für eine klare Suppe.
Die Zwiebel halbieren und mit der Schnittfläche nach unten in einer Pfanne ohne Fett sehr dunkel anrösten. Das gibt der Suppe Tiefe und Farbe.
Nach etwa einer Stunde Kochzeit kommen Gemüseschalen, Zwiebel, Lorbeer, Wacholder und Pfefferkörner in den Topf. Ein kleiner Schuss Sojasoße stabilisiert die Klarheit und rundet den Geschmack ab, ohne nach Soja zu schmecken.
Den Tafelspitz insgesamt etwa 2 bis 2½ Stunden ziehen lassen. Er ist perfekt, wenn er sich mit einem Löffel teilen lässt.
Semmelkren
Die Semmeln würfeln und in eine Schüssel geben. Mit heißer Rindssuppe übergießen, sodass sie gerade bedeckt sind. Kurz ziehen lassen, dann salzen und frisch geriebenen Kren unterheben. Der kleine Löffel Sahne-Meerrettich sorgt für Bindung und mildert die Schärfe.
Erdäpfel-Schmarrn
Die gekochten Kartoffeln noch warm grob zerdrücken. Mehl und Eier unterarbeiten und so viel Milch zugeben, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Butter in einer großen Pfanne aufschäumen lassen, die Masse hineingeben und bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Wenden, in Stücke reißen und rundum knusprig braten.
Wurzelgemüse
Das gekochte Gemüse in feine Streifen schneiden. In etwas Rindssuppe kurz erwärmen, bis es wieder bissfest ist. Dieser Sud eignet sich perfekt zum Anrichten des Fleisches.
Anrichten
Ganz klassisch werden alle Komponenten separat serviert: der Tafelspitz in Scheiben, übergossen mit etwas Suppe, dazu Semmelkren, Erdäpfel-Schmarrn und das Gemüse. Viel frisch geschnittener Schnittlauch, grobes Salz und Pfeffer gehören unbedingt dazu.
Allergenfreie & alternative Varianten
- Glutenfrei: Semmelkren mit glutenfreiem Weißbrot oder Kartoffelwürfeln zubereiten.
- Laktosefrei: Sahne-Meerrettich durch laktosefreie Variante ersetzen oder ganz weglassen.
- Ohne Soja: Die Sojasoße kann ersatzlos entfallen oder durch einen Spritzer Salzlake ersetzt werden.