Sauerteig selber ansetzen – Schritt für Schritt für Anfänger
Du hast Lust, dein eigenes Sauerteigbrot zu backen und möchtest dafür einen eigenen Sauerteig ansetzen?
Kein Problem, das kriegen wir hin!
Auch ohne Erfahrung kannst du in wenigen Tagen deinen eigenen Sauerteig herstellen.
Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie das geht, und bekommst hilfreiche Tipps, um typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Was genau ist Sauerteig?
Sauerteig – manchmal auch als Anstellgut oder Starter bezeichnet – ist ein natürliches Triebmittel, das nur aus Mehl und Wasser besteht.
Während der Fermentation vermehren sich Milchsäure- und Essigsäurebakterien sowie wilde Hefen. Dadurch entstehen Bläschen, die den Teig schön locker machen und ihm sein typisches Aroma verleihen.
Das Beste daran: Du brauchst keine extra Hefe! Alles, was du benötigst, sind Mehl, Wasser und etwas Geduld.
Jeder Sauerteig ist einzigartig und entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Geschmack. In vielen Handwerksbäckereien werden Sauerteige genutzt, die bereits Jahrzehnte alt sind.
Tipp am Rande: Gib deinem Sauerteig einen Namen – das macht ihn gleich viel sympathischer! 😉
Was du brauchst
- Mehl: Am besten Vollkornmehl (Roggen oder Weizen) für den Anfang, da es viele Mikroorganismen enthält. Später kannst du auch helleres Mehl verwenden. Falls du mit einem Weizen-Starter ein Dinkel- oder Roggenbrot backen möchtest, ist das kein Problem – dein Sauerteig braucht dann nur etwas länger zur Anpassung.
- Wasser: Zimmertemperatur und am besten ohne Chlor. Falls dein Leitungswasser stark gechlort ist, kannst du es vorher filtern.
- Ein sauberes Gefäß: Ein großes Schraubglas oder eine Plastikschüssel eignen sich gut.
- Ein Tuch oder einen lockeren Deckel: Zum Abdecken – ein Geschirrtuch oder ein locker aufgelegter Deckel reicht völlig.
- Küchenwaage: Genaues Abwiegen ist wichtig, da das Verhältnis von Mehl und Wasser entscheidend für die Entwicklung des Sauerteigs ist.
Anleitung: Sauerteig ansetzen
Tag 1: Starten des Sauerteigs
- 50 g Vollkornmehl mit 50 g Wasser in einem sauberen Gefäß gut verrühren, bis keine Klümpchen mehr da sind.
- Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen, ruhigen Ort stehen lassen.
- Tipp: Die Küche ist meist ein guter Platz. Falls es zu kalt ist, hilft eine leicht geöffnete Backofentür mit eingeschalteter Lampe.
Tag 2 bis 5: Füttern und Warten
- Jeden Tag den Sauerteig umrühren und mit 50 g Mehl und 50 g Wasser füttern.
- Gut vermischen, wieder abdecken und weiter bei Zimmertemperatur stehen lassen.
- Tipp: Am Anfang riecht der Teig leicht säuerlich – das ist normal. Falls er stark nach Alkohol oder unangenehm riecht, solltest du von vorne beginnen. Schimmel ist natürlich ebenfalls ein Zeichen dafür, dass du neu starten musst.
Tag 6: Der Sauerteig ist fertig
- Er sollte nun viele Bläschen haben und angenehm säuerlich riechen.
- Nach dem Füttern sollte er sich innerhalb von 4-6 Stunden verdoppeln.
- Jetzt kannst du ihn zum Backen verwenden oder im Kühlschrank lagern. Falls du ihn länger nicht nutzt, solltest du ihn einmal pro Woche füttern.
Häufige Fehler vermeiden
- Falsche Temperatur: Zu kalt? Dann braucht der Teig länger. Zu warm? Dann kann er zu sauer werden oder umkippen.
- Zu wenig Füttern: Ohne regelmäßiges Füttern wird der Sauerteig schwach. Halte dich an das Verhältnis 1:1:1 (Sauerteig: Mehl: Wasser). Falls sich Flüssigkeit auf dem Teig bildet, solltest du öfter auffrischen.
- Deckel zu fest verschlossen: Der Sauerteig braucht Luft zum Atmen! Ein Tuch oder ein leicht aufgelegter Deckel sind ideal.
- Unregelmäßiges Füttern: Das kann die Aktivität der Mikroorganismen stören. Am besten immer zur gleichen Zeit füttern.
Dein erster Einsatz
Sobald dein Sauerteig aktiv ist und Bläschen bildet, kannst du ihn zum Backen verwenden. Viel Spaß beim Experimentieren!